YCL an der Swiss Sailing Challenge League – Act 3/2026 in Luzern
Am 15. und 16. August fand der dritte Act der Swiss Sailing Challenge League direkt vor unserer Haustür beim Yacht-Club Luzern statt. Nach dem erfolgreichen Act 2 in Neuchâtel war die Vorfreude auf die Regatta im Heimrevier entsprechend gross. Für unsere neu zusammengefundene Crew sollte es ein intensives und lehrreiches Wochenende mit sehr unterschiedlichen Bedingungen werden.
Am Samstag starteten wir bei zunächst wenig Wind mit einem guten ersten Lauf und einem 2. Rang. Im zweiten Lauf nahm der Wind immer weiter ab, sodass die Wettfahrt aufgrund der maximalen Zeitdauer abgebrochen werden musste. Anschliessend hiess es erst einmal warten. Erst gegen 17:30 Uhr ging es weiter.
Die Bedingungen waren nun komplett anders: Ein kräftiger Abwind einer Gewitterfront brachte rund 20 Knoten Wind und gleichzeitig stark drehende Bedingungen. Nach dem Ablegen lief unsere J/70 zunächst nicht richtig. Nachdem wir das Boot noch von Seegras befreien konnten, ging es praktisch direkt in den Lauf. Trotz jeweils sehr guter Starts konnten wir die Winddreher anschliessend nicht optimal für uns nutzen. Das nötige Glück bei den Drehern fehlte uns, und so beendeten wir den Lauf auf Rang 6. Auch im dritten Lauf gelang uns erneut ein guter Start, doch auf dem Kurs konnten wir daraus zu wenig Kapital schlagen und kamen wiederum nicht über Rang 6 hinaus.
Anschliessend wurde das gesamte Feld in Richtung Meggenhorn verlegt. Dort konnten wir bis in die Dämmerung weitersegeln. Bei für Luzern aussergewöhnlich starkem Wind fanden wir jedoch nicht die nötige Performance und mussten uns mit einem 8. und einem 7. Rang begnügen. Besonders auf der Kreuz und beim Bergen des Gennakers fehlte uns noch die nötige Routine und Sicherheit.
Entsprechend enttäuscht ging es am Abend zurück zum YCL. Um 21:30 Uhr wartete dort bereits das wohlverdiente Abendessen. Ein grosses Dankeschön an Doris und ihr Team – das Abendessen war einmal mehr fantastisch!
Am Sonntag hiess es dann: neuer Tag, neue Chance. Nach anfänglicher Flaute entwickelte sich ein wunderschöner Leichtwindtag – typisch Luzern. Und plötzlich passte vieles zusammen.
Im sechsten Lauf gelang uns ein perfekter Start in den Tag. Alle Manöver funktionierten, wir segelten konzentriert und konnten den Lauf souverän gewinnen. Im siebten Lauf erhielten wir direkt vor dem Start eine Penalty. Nach dem notwendigen Entlastungsmanöver überquerten wir als letztes Team die Startlinie. Mit einer starken Aufholjagd konnten wir uns aber noch auf Rang 4 vorarbeiten.
Im achten Lauf folgte dann erneut ein Highlight: Nach einem perfekten Lauf konnten wir unseren zweiten Tagessieg einfahren.
Im letzten Lauf wurde es nochmals turbulent. Bei der Luvtonne erhielten wir einen Penalty. Stéphi brachte ihren Unmut darüber diplomatisch zum Ausdruck – die Umpires empfand dies allerdings weniger diplomatisch und disqualifizierte uns. Damit schlossen wir den letzten Lauf mit 10 Punkten ab.
Ein unglücklicher Abschluss eines insgesamt tollen und sehr lehrreichen Wochenendes für unsere neu zusammengefundene Crew. Bei Starkwind fehlten uns noch etwas die Routine, die Kraft und das nötige Gewicht, um konkurrenzfähig zu sein. Bei den für uns gewohnteren Leichtwindbedingungen konnten wir dagegen unsere Performance abrufen und mit zwei Laufsiegen zeigen, was in uns steckt. Besonders erfreulich war, dass wir uns auch bei den Manövern als Team deutlich weiterentwickeln konnten.
Ein ganz besonderer Dank geht an das Wettfahrtleitungsteam des YCL. Die Entscheidungen bei den schwierigen Bedingungen am Samstag und angesichts der unsicheren Wetterprognose waren nicht einfach – haben sich aber als absolut richtig erwiesen. Dank dieser Flexibilität konnten wir ein unglaubliches Segelwochenende mit insgesamt neun Wettfahrten erleben.
Heimregatta, Starkwind, Flaute, Gewitterfront, zwei Laufsiege und jede Menge neue Erfahrungen: Die Challenge League in Luzern hatte definitiv alles zu bieten.
Hier noch die komplette Rangliste des Act III und die Gesamtrangliste der Challenge League.
Autor: Carsten Hersberger
